Salticidae (Springspinnen) sind die artenreichste Webspinnenfamilie. Trotz dieser ho-hen Diversität handelt es sich aber um ein geologisch sehr junges Taxon. Früheste fossile Nachweise für Springspinnen stammen aus europäischen Bernsteinen aus dem Eozän. Auch wenn in diesen bisher nur 10 Gattungen beschrieben sind, handelt es sich bei Salticidae-Inklusen um die am zweithäufigsten in Harz eingeschlossene Spin-nenfamilie nach den Theridiidae (Kugelspinnen). Durch ihre großen Augen und die charakteristische Anordnung in drei Reihen lässt sich diese Familie einfach taxono-misch einzuordnen. Für Diversitätsanalysen ist zum Teil eine genauere Bestimmung der Inklusen (Einschlüsse im Harz), oberhalb des Familienniveaus notwendig. Da aber der bisher einzige Bestimmungsschlüssel für Springspinnen in Baltischem und Bitter-felder Bernstein von Wunderlich (2004) sich nur bei Männchen, und somit nur bei acht der zehn Gattungen, anwenden lässt, ist es nicht möglich, mit diesem Bestimmungs-schlüssel weibliche oder juvenile Salticidae oberhalb des Familienniveaus zu bestim-men.
Mit dieser Arbeit soll der Bestimmungsschlüssel für Salticidae in Baltischem und Bit-terfelder Bernstein erweitert werden. Es wurden 372 Inklusen (Einschlüsse im Harz) von Springspinnen in Baltischem und Bitterfelder Bernstein untersucht, dokumentiert und verglichen, um anhand morphologischer Unterschiede geschlechtsunabhängige Schlüsselmerkmale zu bestimmen. Anhand von Syninklusen (Mehrfach-Einschlüssen) männlicher und weiblicher Salticidae, sowie einiger Weibchen mit charakteristischen und geschlechtsunabhängigen Schlüsselmerkmalen des Prosomas soll der Bestim-mungsschlüssel von drei Gattungen (Almolinus, Gorgopsidis, Gorgopsina) erweitert werden, sodass diese drei Gattungen von nun an unabhängig von Geschlecht und Al-tersstadium auf Gattungsniveau bestimmt werden können.